News-Flash
Aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Kitzingen:
Jericho - Musik und Worte, die berühren
Seit 1975 steht Jericho für echte Vielfalt. Die Band verbindet Pop, sanften Rock, Balladen und Liedermacher-Klänge mit
fränkischem Charme und kreativ interpretierten Gospels. Mal kraftvoll, mal zart - immer mit starken Stimmen, feiner
Instrumentierung und einem Repertoire, das von eigenen Songs bis zu sorgfältigen Coverversionen von Carolin No bis Sting reicht.
Jericho ist ein echtes Unikat: eine der letzten Gruppen aus dem "Liederfrühling" der 1980er Jahre, die bis heute regelmäßig
live unterwegs ist - von kleinen Dorfkirchen bis zu außergewöhnlichen Konzertorten wie dem Zelt des Circus Krone oder
Gipfelstationen in den Alpen. Trotz aller Wandlung blieb ihr Markenzeichen unverwechselbar: Sobald der erste Ton erklingt,
erkennt man Jericho sofort - zeitlos, authentisch und voller Gefühl.
Ein Abend mit Jericho ist mehr als ein Konzert: Es ist eine Begegnung mit Musik, die bleibt.
Termin: Samstag, 28.02.2026, 20.00 Uhr (Ende 22.00 Uhr)
Ort: Kitzingen, Kulturhaus Alte Synagoge
Eintritt: Eintritt frei, Spenden willkommen
Veranstalter: Kulturhaus Alte Synagoge
Quelle:
https://www.stadt-kitzingen.de/allgemeines/veranstaltung/?event=6127_jericho&cHash=d24f9f222daab646c902d35d16376626, 10.02.2026
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Rückblick
So, wie die Zeit mit steigendem Alter gefühlt immer schneller vorangeht, so ist es wohl auch bei einer Band: "Was, das war
schon das Jubiläumsjahr mit seinen 50-Jahre-Jericho-Konzerten?". Ja, das war es und wir bedanken uns bei fast 1700
Zuhörerinnen und Zuhörern, nein: Freundinnen und Freunden. Auch das ist wie im echten Leben. Familientreffen gewinnen an
Bedeutung und Jericho-Konzerte sind oft zu Herzen gehende Kristallisations- und Treffpunkte für viele. Das Wiedersehen nimmt
kein Ende. Unser Dank gilt auch den Veranstaltern und Veranstalterinnen. In einer Zeit chronischer Überlastung an allen Orten
ist es nicht hoch genug zu bewerten, dass es Menschen gibt, die für andere (kulturelle und spirituelle) Angebote aufsetzen, mit
denen sich kaum Kasse machen lässt. Die Kleinkunst hat es allenthalben schwer. Kommerzielles grast den Markt ab. Wie schön, dass
wir noch offene Ohren finden - auch im nächsten Jahr wieder.
Jedes Konzert heuer hatte seine ganz eigene Prägung, seine besondere Atmosphäre und seine Spezialitäten und war insofern
einzigartig. Das gilt auch für jeden einzelnen Auftritt, auch viel gespielte Songs klingen nicht ein wie das andere Mal und
unsere an verschiedenen Plätzen wechselnden Besetzungen entwickeln ihre spezifischen Dynamiken und schaffen nicht einfach
wiederholbare Musik-Variationen.
Intern war unser Team in diesem Jubiläumsjahr stabil und wir konnten alle Konzerte planmäßig besetzen und durchführen.
Unser Neuzugang Sabine Boujong ist musikalisch und menschlich ein großer Gewinn (mehr zum Band-Lineup im eigenen Menüpunkt).
Wir bedanken uns für gute sechs Jahre bei Kathrin Riedl, die ab dem neuen Jahr nicht mehr in der festen Gruppe ist. Ebenfalls
ein spezieller Dank geht an alle diejenigen, die am Mischpult für einen guten Sound sorgten - mit Corinna Lindacher und
Wolfgang Brändlein sind das immer wieder auch zwei aus den eigenen Jericho-Reihen.
Nun sammeln wir Kräfte und Lieder und Ideen für die neue Saison. Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und auf ein
Wiederhören 2026. Alle Termine findet Ihr hier auf der Website.
Frank Seifert, im November 2025
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Ich glaube... -
ein musikalischer Dialog mit Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945)
DITTELBRUNN, Arche, 12. Oktober 18:00 Uhr
1945 - 1995 - 2025. Achtzig Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Theologen und Widerstandkämpfers Dietrich Bonhoeffer lädt die
evangelische Kirchengemeinde Schweinfurt-Stadt zu einem außergewöhnlichen Konzert in die Arche nach Dittelbrunn ein.
1995 hatte die aus Schweinfurt stammende Musikgruppe Jericho den musikalischen Dialog eröffnet. Wolfgang Brändlein - damals
Pfarrer in Obbach - hatte dafür elf wesentliche Texte Bonhoeffers Wort für Wort vertont. Ab 1995 war die Musikgruppe in mehreren
Konzertreihen durch Franken und Bayern getourt. 2006 wurden die mittlerweile zwölf Lieder beim "Oberndorfer Karfreitag" einem
großen Publikum präsentiert und auch danach in verschiedenen Konstellationen und unterschiedlichen Arrangements immer wieder
aufgeführt. Bonhoeffers Reflexionen tragen und bleiben aktuell.
Nun also 80 Jahre nach Bonhoeffers Hinrichtung in den letzten Kriegstagen eine Fortführung des musikalischen Dialogs in der Arche.
Dr. Stefan Itze (Cello, Flöte), Georg Schmitt (Klarinette, Saxophon), Hans-Jürgen Neupert (E-Bass, akustische und E-Gitarre)
und Wolfgang Bränden (akustische Gitarre, Gesang) haben sich die mitunter komplexen Vertonungen neu erschlossen. Neu dabei ist
2025 auch die Sängerin Lisa-Marie Ströbel aus Würzburg, die viel Erfahrung aus Musicalproduktionen und Band-Arbeit aller Art
mitbringt.
Wolfgang Brändlein wurde von der Unterschiedlichkeit der Texte zu einer breiten stilistischen Vielfalt inspiriert: Lieder im
Singer-Songwriter-Stil wechseln sich ab mit knackigen Rock- und Poptiteln und lateinamerikanischen Elementen. Immer wieder
kommt es zu beinahe kammermusikalischer Dichte. Unvermutet ein Ragtime mit zwei gepickten Gitarren. Das berühmte Gedicht
"Wer bin ich?" aus der Zelle, ein langsamer, ausdrucksstarker Blues. Im rockigen "Beten und Tun" erinnert Bonhoeffer
eindringlich an die Grundlagen christlichen Handelns. Und in seinem Morgengebet fleht der von 1943 bis 1945 Inhaftierte um
Bewahrung und Kraft; zugleich lobt er Gott und betet für Mitgefangene und sogar für seine Wärter.
Der Eintritt ist frei. Erbetene Spenden werden zur Kostendeckung und für das Vesperkirchen-Projekt der Kirchengemeinde verwendet.
Der Parkplatz bei der Arche (Hauptstraße 63, Dittelbrunn) fasst nur wenige Fahrzeuge. Es bietet sich an, rechtzeitig Parkplätze
in Seitenstraßen zu suchen.
Stefan Itze, Lisa-Marie Ströbel.
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Zeitenwende -
Jubiläumskonzert der Band Jericho
SCHONUNGEN - 'Wenn Zeiten sich wenden' - dieser Titel eröffnete das Konzert der Band Jericho, das sie anlässlich ihres
50jährigen Bestehens am 12. Juli in der Christuskirche Schonungen gab.
'Wenn Zeiten sich wenden' mit diesem Song brachten die Musiker zum Ausdruck, dass Zeitenwenden nicht nur Angst und Sorgen
bereiten müssen, sondern auch Hoffnung und Freude beinhalten können angesichts des Neuen, welches auf die Menschen zukommt.
'Du kannst Farben riechen' war eine Referenz an die drei Künstlerinnen Eva Sommer, Irma Vöhringer und Dorothee
Wittmann-Klemm, die zeitgleich ihre Bilder zu diesem Liedtitel in der Christuskirche ausstellten und die, wie Moderator
und Bassist Frank Seifert betonte, einen Blick durchs Fenster in eine anderen Welt gewähren.
Anders als bei üblichen 50-Jahre-Revuen griff Jericho nicht einfach auf eine Best-Of-Liste ihres Repertoires zurück, sondern
präsentierte mit viel Spielfreude und Laune ein aktuelles, lebendiges musikalisches Spektrum - mit einer Ausnahme: Der
zeitlose Song 'Gott ist Leben', der die Band quasi als Hymne seit Jahrzehnten begleitet.
Wolfgang May als Solist erinnerte auf mittelfränkisch und sehr bewegend an seine Großmutter: ".. Wenn mich einer frocht,
wie's Paradies ausschaut, dann kann ich's ihm sangn, weecher dir!" Mit 'Federleicht' erinnerte Vokalistin Sarah Gerlach an
den Moment des Abschieds vom Leben. 'Somewhere', interpretiert von Sabine Boujong, gab der Hoffnung auf Frieden, Ruhe und
einen neuen Weg gemeinsamen Lebens Raum.
Nachdenklich machende Stücke, Stücke, die emotional berühren, Rockiges und leise Töne waren im Wechsel zu hören und
versetzten das freundliche, aufgeschlossene, gut gelaunte Publikum in der voll besetzten Christuskirche in hohe
Begeisterung, die in stehendem Applaus zum Ausdruck kam. Ein erlebnisreicher, musikalisch farbiger Sommerabend, den
die gut gestimmten Zuhörer auf der Kirchenterrasse bei einem erfrischenden Gläschen hoch überm Main gerne ausklingen ließen
- ein herzlich Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die diesen Abend so gelingen ließen.
Peter Lindacher, den Sängerinnen Sabine Boujong und Sarah Gerlach, dem Gitarrist und Sänger Wolfgang May, dem
Gitarrist Volker Büchs und Keyborder Roland Weger. Foto: Corinna Lindacher
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